Weihnachtsklang

Am Anfang, als Gott die Welt erschuf, da bat er die Engel, die Klänge zu erschaffen. Sie schufen wunderbare Melodien. Einige davon gab Gott den Vögeln, andere den Walen und Delphinen, auch das Meer und die Bäume bekamen ihren eigenen Klang. Dem Menschen gab Gott die Fähigkeit zu singen und eigene Melodien zu erfinden. Als die Menschen sich in ihrer Geschichte immer weiter von ihrem Ursprung entfernten, begannen sie, diese Gabe zu benutzen, um mit Worten und Klängen zu verletzen und Unheil zu bringen. Da Gott den Menschen ihren freien Willen gab, griff er nicht ein, sondern ließ sie gewähren.  Mit der Zeit sah er aber, was das alles anrichten kann. Er hatte Mitleid mit den Menschen. So bat er die Engel, einen Klang zu finden, der diese Verletzungen heilen konnte. Am Anfang, als die Welt noch still war, konnten die Menschen diesen besonderen Klang immer gut hören. Doch mit der Zeit wurde die Welt lauter. Und so gab Gott den Menschen die Idee einer  „geweihten Nacht“, damit zumindest in dieser Nacht, wenn die Welt still ist, die Menschen diesen Klang wieder hören und erkennen können.  Dieser Klang kann Verletzungen heilen, Trauer besänftigen, Ärger abklingen lassen und den Geist wieder in Einklang bringen. Du kannst diesen Klang das ganze Jahr wahrnehmen, wenn Du aufmerksam bist. Doch in einer „geweihten Nacht“  kannst Du ihn besonders gut hören. Du findest diesen Klang manchmal im Lachen eines Kindes, in einem Glockenspiel, in einer Melodie oder auch im Singen eines Liedes. Dein Geist und dein Körper gehen in Resonanz mit diesem Klang und harmonisieren Deine eigenen inneren Klangwellen. Und du bekommst eine Ahnung von dem, was Gott gemeint haben könnte,  als er die Engel bat, die Welt zum Klingen zu bringen.

©Ralf Hungerland , Hamburg 21. Dezember 2010

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